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Anwendung mit anderen Methoden und Praktiken

HERMES definiert die Ergebnisse und den generellen Ablauf des Projektes. Es gibt nicht vor, welche Methoden und Praktiken für die Erarbeitung der Ergebnisse eingesetzt werden sollen.

Im Projektverlauf kommen somit ergänzend zu HERMES fachspezifische Methoden und Praktiken zum Einsatz (vgl. nachfolgende Abbildung). Anwender, Ersteller und Betreiber legen diese fest und stimmen sie mit den Aufgaben, Ergebnissen und Rollen gemäss HERMES ab.

Die Abbildung «Einsatz von ergänzenden Methoden und Praktiken» zeigt, wie sich entlang der HERMES-Phasen Initialisierung, Konzept, Realisierung, Einführung und Abschluss (sowie der übergreifenden Umsetzung) ergänzende, nicht in HERMES enthaltene Methoden und Praktiken verschiedener Beteiligter einordnen lassen. Dargestellt sind drei grau hinterlegte, wolkenartige Flächen, die sich über die mittleren Phasen (Konzept, Realisierung, Einführung bzw. Umsetzung) erstrecken und jeweils einer Gruppe von Beteiligten zugeordnet sind: «Methoden/Praktiken des Anwenders (z.B. BPMN oder INTERLIS)» im Bereich Konzept/Realisierung, «Methoden/Praktiken des Erstellers (z.B. SCRUM)» im Bereich Realisierung/Einführung sowie «Methoden/Praktiken des Betreibers (z.B. ITIL)» im Bereich Einführung/Abschluss. Die Phasenleiste oben (Initialisierung, Konzept, Realisierung, Einführung, Abschluss) sowie die darunterliegende Phase Umsetzung bilden den zeitlichen Rahmen, in den sich diese ergänzenden Methoden und Praktiken einfügen. Die Grafik verdeutlicht damit, dass unterschiedliche Rollen (Anwender, Ersteller, Betreiber) ihre eigenen, HERMES-externen Methoden parallel zu den HERMES-Phasen anwenden können. Kantonale Methodenelemente sind in dieser Abbildung nicht enthalten.
Abbildung 30: Einsatz von ergänzenden Methoden und Praktiken

Insofern ergeben sich für die Akteure, insbesondere im Rahmen der Lösungsentstehung, neue Dimensionen, die die An- und Verwendbarkeit von HERMES universalisieren und dennoch den einzelnen Methodenprotagonisten voll entgegenkommen. So kann z. B. der Anwender spezifizieren, dass er für die konzeptionelle Datenmodellierung ein Opensourcetool nutzt, oder der Entwickler für den Entwicklungsprozess die in seiner Stammorganisation favorisierte agile Entwicklungsmethode zum Einsatz bringt.

Beim Einsatz von ergänzenden Methoden und Praktiken müssen die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Die Aufgaben, Ergebnisse und Rollen der Projektsteuerung und Projektführung basieren immer auf HERMES und können nicht durch andere Methoden ersetzt werden.
  • Das HERMES-Phasenmodell bleibt bestehen.
  • Die Meilensteine sind gesetzt und können nicht verändert werden.
  • Festlegungen zum Einsatz von Methoden und Praktiken werden im Projektmanagementplan festgehalten.